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12 Apr

Wer am Woe noch nix geplant hat und in DD abhängt kann sich ja mal die Radical Advertising Ausstellung zu Gemüte führen.
Die Ausstellung mit dem provokanten Titel zeigt, dass der Wechsel vom 20. zum 21. Jahrhundert einen radikalen Paradigmenwechsel in der Werbung markiert.
Unter dem Vorzeichen der Globalisierung werden die 90er Jahre des 20sten Jahrhunderts zum Jahrzehnt der No-Logo-Bewegung und des Adbusting – ein Angriff auf die Vermüllung der semiotischen Umwelt mit Werbebotschaften.
Geradezu federführend dabei war die Modeindustrie: sie verkaufte es nicht nur als chic, gehijackte Logos zu tragen, sondern bediente sich in ihren Werbeauftritten auch erfolgreich der Techniken der Antiwerbung. Und wird damit zu einem Vorreiter eines radikal gewandelten Werbeverständnisses, das die Angriffe politischer wie künstlerischer Positionen auf die globale Werbung erfolgreich in Kampagnen inkorporiert. Die Ausstellung zeigt die Adbuster Kampagnen und die kritischen Kunstreflexionen von Künstlern wie Jeff Koons, Damien Hirst, Cindy Sherman und Daniele Buetti ebenso wie die meinungsbildenden Kampagnen von Benetton, Sisley oder Diesel, von Calvin Klein oder Comme des Garcons.
Die Globalisierung zeitigt aber seit den 90er Jahren auch einen fundamentalen Wandel im Media-Konsum der Verbraucher. Auf den Mediaoverkill durch die totale Fragmentierung des Fernsehens, durch Web, Mobilfunk und Instant Messaging antwortet die Werbung mit einer zweiten ebenso radikalen Volte im 21. Jahrundert: sie entfernt sich von der Massenkommunikation und spricht den einzelnen dort an, wo sie ihn erreicht. Die Beziehung zum Konsumenten wandelt sich vom Passiven zum Aktiven. Buzz-Marketing, Guerilla- und Ambient-Werbung, Web2.0 erfinden den teilnehmenden Consumer. Die Ausstellung baut dazu spektakuläre Ambient Werbeauftritte dreidimensional nach und führt in die Werbewelt des Web2.0. und auf Youtube.
Auch hier greifen wieder Künstler subversiv und agressiv in die Werbewelt ein: Zevs „kindnapped“ Werbefiguren aus Plakaten, Tom Sachs „baut“ in Heimwerkermanier ein McDonald Restaurant nach …
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Wenn die Ausstellung allein kein Grund ist vorbeizuschauen dann sollte es aber der Comme des Garcons Guerrila Store sein.

Comme des Garcons Guerilla Store in Düsseldorf
Guerilla Stores – eine Boutique eröffnet an einem nicht vorherzusehenden Ort, an einem nicht voarb bekannten Datum, und macht keine Werbung. Was allen Regeln der (Marketing-)Kunst widerspricht ist globaler Trend geworden. Erstes Beispiel war der Guerilla Store des japanischen Edellabels Commes des Garcons an der Chausseestraße 124 in Mitte. In der früheren Brecht-Buchhandlung, gleich neben dem Bertolt-Brecht-Haus, wurde teure Designermode in äußerst puristischem Ambiente dargeboten. “Entscheidend sind die Aura des geschichtsträchtigen Ortes und natürlich die Produkte selbst”, erklärt der Managing Direktor Christian Weinecke.
Das Konzept des Comme des Garcons Stores wurde von der Gründerin des Labels, Rei Kawakubo, und ihrem Mann, Adrian Joffe, entwickelt. Eine Idee für ein Geschäft, das nur für ein Jahr bestehen bleiben darf, billig ist und etwas abseits liegt. Ein Geheimtip also, den man suchen, ja erobern muß. Das Konzept der Guerilla Stores basiert auch auf einem bewußten Verlust der Kontrolle. “Jahrelang wurde in der Modewelt alles perfekt geplant. Hier gibt es noch Platz für Eigeninterpretation und Kreativität”, meint der studierte Architekt Weinecke.
Von Berlin aus wurde der Guerilla-Trend weiter getragen: Comme des Garcons hat bereits weitere Stores in Warschau, Singapur und Helsinki, in Beirut und Krakow eröffnet.Und jetzt in Düsseldorf – im NRW-Forum. Mittelpunkt der Ausstellung RADICAL ADVERTISING Ist ein Comme des Garcons Guerilla Store, der mit den neuesten Modellen des Modelabels und mit Retro-Produkten bestückt ist. Eine Boutique, die mit Ausstellungsbeginn auftaucht und an ihrem Ende der Ausstellung wieder verschwindet. Ein Konzept, das Comme des Garcons schon in vielen Städten verwirklicht hat; jedoch noch nie in einem Museum. Rebellisch wird die fortschreitende Merkantilisierung der Museen auf die Ironie-Spitze getrieben. Durch den Maschendrahtzaun des Store wird sich der vergitterte Blick in die Schauräume des Museums richten. Und im Museumsraum stehen die Besucher und schauen durch den Zaun in die Glitzerwelt des Konsums.







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