Interview mit dem Gulaschbaron

27 Mai

Ich bin mal so frech und klau mir ne Runde Content :-) Im Shirt Blog bei Shirtspotting habe ich n nettes Interview gefunden, welches Markus mit Hauke aka Gulaschbaron geführt hat. Der Gulaschbaron betriebt bei uns nen ABT Brandstore und hat vor kurzem auch ne Koop mit Diogo Machado gemacht so wie wir zu Weihnachten im XMAS Dash.

Erste und offensichtlichste Frage gleich vorab: Wer oder was ist ein bzw. der Gulaschbaron?

Hauke: Ein Gulaschbaron ist, wie man weiss, eine zwielichtige Person, die nach dem 2. Weltkrieg mit krummen Geschäften (z.B. Zigarettenschmuggel) zu Geld gekommen ist. Als ich den Gulaschbaron gestartet habe und es an die Namensfindung ging, habe ich einen im Ausland gebräuchlichen deutschen Begriff gesucht und bin da auf den Gulaschbaron gekommen. Der Begriff wird nämlich nur in Schweden benutzt. Ich hätte mich auch Blitzkrieg oder Dachshund nennen können, aber ich denke die Wahl war nicht die schlechteste.

Nach dem wir das geklärt haben: Einen kurzen Abriss über die Firmengeschichte bitte: Wann ging’s los, was war die Idee, wie verlief der Start ….

Also los gings Ende 2004, da habe ich noch studiert und wollte sozusagen am lebenden Objekt meine Unternehmensführungs-Kenntnisse anwenden. Naja, eigentlich war es eher die Lust, etwas eigenes zu machen und die Idee mit einem T-Shirt Label, auf dem verschiedene Künstler ihre Werke sozusagen “ausstellen�, schwirrte mir schon länger im Kopf rum. Ein Plattenlabel zu gründen schien mir da doch zu kompliziert und Interesse an schönem Artwork, Design oder Kunst hatte ich schon immer. Da habe ich es ganz einfach gemacht und bis Ende 2007 lief das Ganze auch eher im kleinen Rahmen und als online-Geschäft ab. Mittlerweile habe ich auch einen Laden auf St. Pauli und das Ganze wächst stetig. In meinem Laden biete ich auch andere Labels, wie Owl Movement und Squidfire aus den USA an oder Yackfou und A better tomorrow aus Deutschland. Demnächst kommt noch das schöne Label Seibei dazu. Der Plan ist, auch den Online Shop für die Marken aus Übersee zu öffnen, da die Hemmschwelle, in den USA ein einzelnes T-Shirt zu kaufen, doch ziemlich hoch ist. Man sieht es wächst und mal sehen, wo das Ganze hinführt.

Wie viele Leute arbeiten an dem Label?

Der Gulaschbaron bin nur ich, Hauke Neumann. In meinem Laden arbeitet aber noch meine Ladengemeinschaftskollegin Annemamel. Wir teilen uns den Laden und versuchen uns gegenseitig am Laufen zu halten.

Wie kommen die Designer zum Baron? Wählt Ihr gezielt aus, kennt Ihr die Designer schon, sucht Ihr sie aus?

Üblicherweise geh ich auf die Designer zu. Manche kommen auch auf mich zu und wenn mir die Sachen gefallen dann geht das natürlich auch. Die Designer kenne ich meistens durch ihre anderen Arbeiten, z.B. bin ich auch viel auf Gigposters.com unterwegs und schau mich da um.

Was ist zu den Shirts selbst zu sagen? Wie druckt ihr, welche Blankoshirts nehmt ihr dafür?

Also als Shirt nutze ich nur Continental Clothing oder American Apparel.
Keine Sweatshopware also. American Apparel haben natürlich unzählige Styles und Farben, was ganz schick ist. Bei Continental find ich die Qualität sehr gut. Meistens entscheide ich von Motiv zu Motiv, welche Marke ich nehme. Gedruckt wird natürlich in Siebdruck.

Was muss ein Design erfüllen, um ein Gulaschbaron-Shirt zu werden?

Die Sachen, die der Künstler macht, müssen mir halt gefallen und der Stil muss passen. Ich bin meine eigene Geschmacksdiktatur sozusagen. Es ist mir aber auch wichtig, dass ich den Künstler buche und mir nicht ein Design rauspicke. Wenn ich mich für jemanden entschieden habe, hat er schon freie Hand. Ich rede dann auch nicht mehr rein und bis jetzt war ich auch immer sehr zufrieden.

Schlussendlich noch deine Einschätzung: Shirt-Nation Deutschland – style-technisches Krisengebiet oder Hoffnungsträger?

Um ehrlich zu sein finde ich es einfacher, richtig gute deutsche Designer zu finden als T-Shirt Labels. Es gibt hervorragende Künstler, wie ich finde. Aber richtig gute Labels, die die Sachen dann auch rausbringen, finde ich eher hinter den Grenzen. Krisengebiet würde ich jetzt also nicht sagen, wir hängen halt wie immer hinterher.

Dann mal vielen Dank an Hauke für die rasche und informative Beantwortung der Fragen! Und wen’s interessiert: Das Ladengeschäft findet ihr in Hamburg in der Paul-Roosen-Str. 29 !

Via Shirtspotting.

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