Interview mit Creeze


So und nun servieren wir euch gleich das Interview mit unserem aktuellen Contest Winner und Einhörnchen Designer Creeze aka Robert Hellmundt.

Hallo, Robert. Stell Dich bitte den Leuten einmal vor. Wie hast Du deine Karriere als Designer gestartet?
Nabend! ich heiße Robert Hellmundt, bin derzeit 19 Jahre alt und beginne demnächst an der Bauhaus Universität Weimar mein Studium der Visuellen Kommunikation. Meine „Karriere“ als Designer startet hoffentlich noch richtig, die ersten Schritte in der Richtung tat ich allerdings schon recht früh mit einigen kleineren Projekten wie einer Seite für den deutschen Hip Hop, für den ich damals eine tiefe Neigung hegte. Die Seite wurde nie fertig, dennoch lernte ich dabei einige Programme näher kennen (damals noch Paint Shop Pro) und wurde durch die eigentlich dürftigen Resultate aus diesem Projekt zum ersten mal wahrgenommen und so bekam ich auch andere Aufträge, die einerseits meinen Kundenkreis, andererseits aber auch meine Fähigkeiten erweiterten. Gezeichnet habe ich allerdings schon im Kindergarten, irgendwie sogar so gut für mein Alter, dass die Erzieherinnen die Zeitung anriefen und ich im Alter von 5 Jahren zum ersten und bisher letzten mal wegen einer meiner Bilder in der Zeitung war. :P

Eine kurze Erläuterung Deines Motivs für ABT:
Das Motiv zeigt ein Eichhörnchen mit einem kleinen Horn auf dem Kopf, was nach allen Regeln der Wortspielerei natürlich das Einhörnchen sein muss. Die Idee dafür entstand als ich meinem Bruder eine Kindergeschichte vorlas und partout Einhörnchen anstatt Eichhörnchen las und mich dabei ständig fragte wie breit gebaut ein kleiner Junge doch sein muss, dass ein kleines Einhorn ohne weiteres auf seine Schultern springen kann, wie in dem Buch beschrieben.
Ich selbst mag T-Shirts mit Humor, sie helfen nicht nur Kontakte zu knüpfen, weil Betrachter das Motiv vielleicht lustig finden und man so darauf angesprochen wird, sondern stellen auch ein befriedigendes Kontrastprogramm zu all den no-massage T-Shirts dar, deren Brustaufdruck im schlimmsten Fall höchstens aus einer sinnlosen Produktnummer im ausgewaschenen Stil besteht.

Wo wohnst Du zur Zeit? Erzähl uns etwas über Deinen derzeitigen Job und Deine Projekte.
Im Moment wohne ich noch Zuhause bei Mutti, habe allerdings schon mein Zimmer in einer Weimarer WG, die ab dem 5. Oktober 2008 meine Unterkunft sein wird.
Einen festen Job habe ich im Moment praktischerweise nicht, ich bin freiberuflich tätig und arbeite demnach auch nur wenn ich einen Auftrag habe. Ich beschäftige mich nebenbei allerdings auch zusammen mit zwei Freunden an einem Party Projekt namens DEAD DISCO (keeps you alive!), das alle Leute, die keine Lust auf die schlechten Dance Mixes haben die in unserer Region rauf und runter gespielt werden, dankend annehmen, und kümmere mich um das Marketing und die Organisation der Veranstaltungen.
Und falls es dann doch mal nichts zu tun gibt oder die Arbeit zu eintönig wird mache ich Leinwände bunt oder entwerfe T-Shirts.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Erstmal studieren und zusehen, dass ich mich dort noch richtig weiterentwickeln kann und am Ende möglichst einen Job finde der mich fordert. Vielleicht die Weltherrschaft oder so, mal sehen. :D

Was würdest Du jemandem raten, der Designer werden möchte?
Design beginnt im Kopf, nicht auf dem Papier oder gar am Monitor. Bevor man beginnt braucht man eine Idee, dann ein Konzept und dann einige Skizzen um alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und vielleicht sogar im Vornherein zu erkennen wo die Schwächen im Bild sind. Wenn du dann noch das Talent besitzt aus deinen Überlegungen den optimalen Weg zum Ergebnis zu finden und das Durchhaltevermögen es auch wirklich bis zum Schluss durchzuziehen und Spaß dabei zu haben, hast du sehr gute Chancen in dem Beruf glücklich zu werden.
Und der heißeste Tipp den ich habe: Sei konsequent!

MAC oder PC? Und warum?
Ich arbeite an einem Laptop mit Windows Vista und bin eigentlich ganz zufrieden. Meine Arbeit wird durch das Betriebssystem nicht gestört und mehr brauche ich auch nicht unbedingt. Ich kann allerdings nicht behaupten, dass ich mich für Windows wirklich entschieden habe. Es ist eher die Macht der Gewohnheit die bei meinem Entschluss wieder einen PC zu kaufen am wirken war. Generell würde ich auch gerne einen MAC ausprobieren, aber bis dahin reicht mir auch mein jetziges Gerät.

Spielst Du Videospiele?
Früher öfter, mittlerweile weniger. Ich habe in den letzten 12 Monaten meinem schlechten Gedächtnis zufolge nur 2 Spiele gespielt: Super Mario Galaxy und Zelda - Twilight Princess, beides für die Nintendo Wii.
Ich muss allerdings sagen, dass Videospiele keine komplette Zeitverschwendung sind, egal was die meisten Eltern behaupten. Mir zumindest boten sie eine sehr gute Grundlage um Bewegungsabläufe und Perspektiven zu studieren. :D

Was war das grösste oder schönste Projekt an dem Du gearbeitet hast?
Ich weiß nicht ob dieses Empfinden aus der Melancholie resultiert, die ich verspüre wenn ich zurück an meine doch sehr schöne Schulzeit denke, aber ich glaube das größte und gleichzeitig schönste Projekt war die Beteiligung an der Schulgala, eine Art Talentshow die meine Schule alle 2 Jahre veranstaltet. Ich beteiligte mich dabei an der Konzeption der Gala und entwarf eine 8-Teilige Postkartenserie, Werbeposter, die Bühnengestaltung, Konzepte für die Kostüme und war auch selber im Programm involviert. Ich glaube das schönste daran war, dass man mit sehr vielen Leuten zu tun hatte und so ein direktes Feedback auf seine Arbeit bekam. Gleichermaßen hat es dabei auch nicht geschadet, dass die Gala insgesamt ein großer Erfolg war und zum Beispiel meine Postkartenserie, die wir auch in Postergröße druckten, am Ende komplett ausverkauft war, und sogar von Leuten, welche die Gala gar nicht sahen, nachbestellt wurden.

Welche Hobbies hast Du außer Lesen, Reiten und Schwimmen?
Ich habe zwar in letzter Zeit meine anderen Hobbies sehr wenig gepflegt, aber eigentlich gehören neben der Gafikschmiederei auch Rappen, Gitarre spielen und Sport zu meinen Hobbies dazu. Der Sport muss sein, da ich der Meinung bin, dass Geist und Körper nur optimal funktionieren wenn beide beansprucht werden, die Gitarre ist einfach eine schöne Abwechslung für die Augen und das Rappen fördert meiner Meinung nach die Kreativität, auch wenn es vielleicht nur im literarischem Metier geschieht. Es ist einfach stimulierend an Texten zu feilen bis alles passt und trotzdem am Ende noch das zu sagen, was man auch sagen wollte. Ob das auch für niveaulose Gangster- oder Pornorapper zutrifft sei dahin gestellt. :D
Zudem erlernt man dabei eine gewisse Wortgewandtheit, die gerade in der Werbebranche unabdingbar ist!

Würdest Du gerne im Ausland arbeiten? Wenn ja, wo?
Bislang reicht mir Deutschland voll und ganz aus. Frankreich würde mich allerdings reizen, nur spreche ich leider kein Wort französisch und nach dem was man hört sind die Franzosen nur ungern bereit englisch oder gar deutsch zu sprechen, weshalb ich dann doch lieber vorerst hier bleibe.

Bist Du viel im Netz unterwegs? Was schaust Du Dir jeden Tag an?
Ich nutze das Internet vor allem zur Recherche, aber auch um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben. Neben den typischen Netzwerken die man zur Kommunikation mit Freunden und Bekannten benutzt, wie zum Beispiel Studi-VZ oder MySpace schaue ich auch oft in einigen Grafikforen vorbei wie mediengestalter.info oder webmasterpro.de, sowie neuerdings auch T-Shirt Contests wie ABT, einfach um zu sehen was im Moment los ist und natürlich um mit der Grafik-Szene connected zu bleiben.

Wo sind Deine Roots? Was hat Deinen Stil geprägt?
Meine Wurzeln liegen vielleicht im Graffiti, ganz sicher bin ich mir dabei allerdings nicht. An meinen Arbeiten zumindest sehe ich, dass einige Aspekte der Graffiti Szene sich über längere Zeit ziehen. Tatsächlich habe ich aber so viele Stile ausprobiert, dass es schwierig ist zu sagen was genau mich beeinflusst hat. Ich weiß, dass ich das Rad nicht neu erfunden habe, aber ich hoffe zumindest behaupten zu können, dass ich in den letzten zwei Jahren einen doch relativ individuellen Stil gefahren zu sein. Was meine Arbeiten allerdings fast immer geprägt haben war der Gedanke der Massentauglichkeit. Ich wollte immer Bilder machen, die einem möglichst großen Teil der Zielgruppe gefallen.

Was ist Dein Lieblingsfilm?
Ich finde sehr, sehr viele Filme gut, weshalb es schwierig ist zu sagen welcher mir am besten von denen gefällt. Vom Aspekt des Humors vielleicht Das Leben des Brian von Monty Python. Generell mag ich allerdings Filme mit viel Bildästhethik. Die Fabelhafte Welt der Amelie oder 300 zum Beispiel.

Erzähl uns etwas über Deinen Arbeitsprozess? Hast Du eine bestimmte Herangehensweise an Projekte?
Meine Arbeitsprozesse sind sehr unterschiedlich. Für gewöhnlich steht am Anfang eine Aufgabe, zu der ich möglichst viel recherchiere um dabei und auch danach Konzepte zu entwickeln. Diese Skizziere ich meistens und versuche daraus am Ende Schlussfolgerungen zu ziehen um ein möglichst genaues Bild davon zu bekommen wie das Projekt am Ende aussehen soll. Überlegungen wie zum Beispiel welche Zielgruppe das Projekt ansprechen soll und wie ich das schaffen könnte sind dabei auch ein wesentlicher Bestandteil.
Bei persönlichen Projekten geht es eigentlich immer darum Ideen umzusetzen, also überlege ich einfach wie diese am besten wirken würden, mache ein paar schnelle Skizzen und dann versuche ich sie umzusetzen. Die Erfahrung hat mich allerdings gelehrt, dass egal wie lange ich plane immer Elemente und Gedanken in das Bild mit einfließen, die vorher nicht erdacht waren. Also besitzt jeder Arbeitsprozess immer eine gewisse Spontanität, die den Gesamtbildern am Ende allerdings meist gut tut.

Kaffee oder Cola?
Wasser. Ich bin dagegen mich durch Coffein wach zu halten. Wenn mich ein Projekt fesselt, dann brauche ich das ohnehin nicht.

Tag- oder Nachtarbeiter?
Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich nachts kreativer sein kann, allerdings arbeite ich mittlerweile auch sehr gerne morgens. Es ist einfach ein schöneres Gefühl vielleicht sogar nach einer längeren Nacht gegen 9 Uhr aufzustehen und motiviert genug zu sein um schon wieder zu arbeiten. Am wenigsten funktioniere ich Nachmittags. Ich kann mich nachmittags einfach selten aufraffen oder bin zu abgelenkt um zu arbeiten. Richtig effektiv arbeite ich dann erst wieder ab 21 bis 23 Uhr. Deswegen hatte ich in der Schulzeit einige Schlafprobleme und habe teilweise nachmittags von 13 bis 18 Uhr geschlafen, aber gestört hat mich das nicht wirklich.

Wer oder was sind Deine Vorbilder?
Ich mag Bilder, keine Künstler. Ich wehre mich dagegen jedes Bild eines Künstlers zu vergöttern oder es nicht zu mögen, nur weil es eben von diesem Menschen ist. Außerdem wehre ich mich gegen deren Nachahmung, man kann Stile probieren, aber keine Künstler. :P
Im alltäglichen Sinne sind tatsächlich meine Eltern meine Vorbilder. Sie führen ein schönes Eheleben, haben tolle Berufe und eine intakte Familie, die zwar auch Konflikte hervorbringen kann aber auch sehr viel gutes, für das es sich ganz einfach zu leben lohnt, weshalb sie die Entscheidung Kinder zu bekommen sicherlich nicht bereuen können. Ich kann mir für meine eigene Familie, die ich hoffentlich einmal gründen werde, nur das selbe wünschen.

Abschliessende Worte!? Willst Du noch was loswerden?
Ich würde mich gerne bei A Better Tomorrow bedanken, dass sie mein Motiv drucken, außerdem allen die es durch ihre Stimme unterstützt haben und noch viel mehr möchte ich denen danken, die es kaufen und tragen. Mehr kann ich mir für die Würdigung meiner Arbeit nicht wünschen!
Und außerdem danke ich dir, Andre, für das Interview! War mir eine Freude deine Fragen zu beantworten. ;)

Ich hab zu danken. Du bekommst zusätzlich zur Prämie und dem Shirt noch die goldene Ananaß für das längste Interview. :-)

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9 Kommentare zu “Interview mit Creeze”

  1. phlipster

    ey andre, ich mach dann mal frei für heute und les das Interview von dem Hörnchenretter… :-D

    Welcome to ABT,

    phil

  2. Andre

    Längste Interview ever…. :-)

  3. creezebert

    hmm… im textprogramm sah das interview nicht so lang aus :D

    danke für die goldene anannas… bekommen die nicht eigentlich die schlechtesten schauspieler?^^

    crz

  4. Andre

    Ne das war die Himbeere. Aber wenn du ne schlechte Performance hinlegen möchtest kannste auch die abstauben :-)

  5. Creeze wins at A-B-T | TEEstrict - Another t-shirt fan blog.

    [...] get the shirt for only 16 Euro HERE. Also you can read a short interview between A-B-T and creeze HERE (only in german). Portfolio Site of the artist: [...]

  6. TEEstrict

    … Also you can read a short interview between A-B-T and creeze HERE (only in german)…

  7. Green

    Moin,

    super interview, super t-shirt.
    Ob das Interwiew das längste ever is oder nich kann ich schwer beurteilen da es das erste ist welches ich auf dieser Seite lese. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann ist das, das Interview sehr interessant ist lesenswert ist.

    Liebe Grüße, Green

  8. A better tomorrow - Blog » Blog Archive » Vorgestellt: Creeze

    [...] sich heute mal mit ein paar seiner Arbeiten abseits des Shirt Designs bei euch vor. Nach seinem Interview vom Montag nun eine weitere Dosis [...]

  9. jimmi vau

    creeze for bundeskanzlerin!

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