Interview – Fogeljunge

30 Jan

Moin moin. Mal wieder ne kleine Mittagslektüre nach Tagen schwerster Blogabstinenz. Sorry.

Der Fogeljunge meldet sich zu Wort! Designer des aktuellen Shirts “Sonntagscosmonaut“.

Hallo, Falk. Stell Dich bitte den Leuten einmal vor. Wie hast Du deine Karriere als Designer gestartet?
Hallo ich bin Falk ein Junge aus dem Herzen Sachsens. Dort hab ich meine bunte Kindheit
in einem grünbraungrauen Städtchen mit vielen Bäumen, Enten und alten Menschen verbracht.
Ziemlich schnell hat sich herausgestellt, dass “malen” mein Ding ist und das ich mehr Farben brauche. Diverse Zeichenkurse folgten und das Interesse ließ nicht nach, wuchs sogar. Das hab ich dann später konsequent weiter verfolgt – eher automatisch, das lag in der Natur der Sache.

Eine kurze Erläuterung Deines Motivs für ABT:
Nach einem einem hellen Start in den Morgen aus dem Club bleibt der Sonntag meist recht dunkel. Ich träume viel und schlürfe ab und an schlafwandlerisch durch die unendlichen Weiten der WG (Weltraumgemeinschaft). Im Wohlfühl-Sonntagsdress komm ich mir des öfteren wie ein Cosmonaut vor. Schwerelos, wie in Watte gepackt stoße ich hier und da an, sehe in Zeitlupe zu wie Dinge durch die Gegend fallen (das hat dann was mit Kleckern zu tun), Andere an mir vorbeigleiten und füttere dann manchmal Katzen, die ich gar nicht habe. In meinem Raumschiff angekommen merke ich dann das die Fernbedienung für all den Quatsch wieder viel zu weit weg und mein Arm (wie immer) viel zu kurz ist – macht aber nix, ich kann ja schweben.

Wo wohnst Du zur Zeit? Erzähl uns etwas über Deinen derzeitigen Job und Deine Projekte.
Ich bin inzwischen in Berlin sesshaft und hab mich da mit Lars und Attila verbündet und eine Bande gebildet. Das haben wir während des Studium so beschlossen. Zusammen denken wir uns Motive und Inhalte für Plakate, Flyer, Shirts und vielen andere  Sachen aus, probieren rum, spielen, malen. Immerhin sind wir noch Studenten. Zu sehen gibts unser Schaffen auf unserer Internetpräsenz.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Hier in Berlin ein kleines Häuschen bauen und immer mal ausfliegen. Mit den herrlichen Leuten um mich herum viele schöne Sachen machen. Weiter alles aufsaugen und wachsen und meinen Wunsch nach Selbstständigkeit verwirklichen. Der Name Peachbeach steht da auch ganz weit vorn und wird mir noch viel Freude bereiten.

Was würdest Du jemandem raten, der Designer werden möchte?
Vielleicht damit anfangen, seine eigene Definition für Design zu finden. Das ist ja immer so ein blasiger Begriff der schön funkelt. Riesengroß. Man sollte etwas finden, was einem Spass macht und versuchen, dies dann mit genug Eigenmotivation voran zutreiben. Da ist das Spielfeld ja weit offen. Sachen zu gestalten, an denen man keine Freude hat macht einen längerfristig kaputt, laugt aus, man
verliert schnell die Lust und fühlt sich leer.

MAC oder PC? Und warum?
Mac. Der lacht nicht ganz leise hämisch wenn er schwere Ausnahmefehlernummern ausspuckt – der macht bestimmt was Anderes.

Spielst Du Videospiele?
Früher zählte das mal zu meinen Hobbys – eigentlich die ganze Jugend über. Angefangen beim KC85/4 über Atari zu GameBoy und dem ganzen Quatsch. Heute setz ich mich an Photoshop, wenn ich »Computer spielen« will. Oh, halt, Moment. Vor zwei Wochen haben mein Mitbewohner und ich ein drei Nächte großes Zeitloch aufgerissen und uns in der antiken Welt von God of War 2 zwei verloren. Sagenhaft. Und zack, war sie weg die Zeit.

Was war das grösste oder schönste Projekt an dem Du gearbeitet hast?
Da gab es fetzigerweise schon einige – die toppen sich mitunter rasant gegenseitig.
Das rangiert von ganz kleinen schönen Dingen (Schon mal Nachts Schnee geschoben?^^)
bis zu ordentlich Großen (bspw. Plakatgestaltungen mit Narrenfreiheit). Am liebsten
projektiere ich in Gesellschaft. Das macht die Sache spannender, alles wächst und
man reflektiert und partizipiert sich und seine (Um-)Welt viel stärker als allein. Sich
dann darüber austauschen zu können und die eigene Ansicht um die Perspektiven
der Mitmacher anreichern zu dürfen und andersherum ist schon was Feines. Drum
denk ich das das nächste schöne Ding in Düsseldorf auf mich wartet. Oder vorher, ich
lass mich überraschen.

Welche Hobbies hast Du außer Lesen, Reiten und Schwimmen?
Ich lese gar nicht so viel (ich gucke eher an oder höre zu und rede dann viel).
Ich lach sehr gern. Zu ihm beispielsweise, Hagen Rether:
http://www.youtube.com/watch?v=p7gacXBFPiY
Ich esse auch total gern, wenn man das als Hobby bezeichnen kann.
Herumschweifen in der Stadt find ich auch sehr schön. Das lässt sich aber auch
gut im Wald oder an menschenleeren Orten praktizieren.

Würdest Du gerne im Ausland arbeiten? Wenn ja, wo?
Vorstellen könnte ich es mir. Dazu müsste man aber Forschungen anstellen,
um vergleichen zu können – da fehlts mir noch an Erfahrungen. Wenn ich aus Berlin raus würde wollen, würde ich mich erstmal mit Europa beschäftigen – das ist ja schon ein recht großer Teller. Dabei bin ich nicht so der hitzebeständige Mensch. Die Niederlande find ich ziemlich dufte. Andererseits ist man im Netz schnell viel weiter – von jedem Ort aus.

Bist Du viel im Netz unterwegs? Was schaust Du Dir jeden Tag an?
Oha. Frag mal meine Freunde.^^
Ich höre den ganzen Tag Musik – das ist essentiel. Deshalb bin ich Fan von deezer.com
und hier http://www.deezer.com/user/cumulusamigo unterwegs. Viel stöbere ich bei polylog.tv (R.I.P.) und youtube herum. Aber auch diverse Design-Blogs schau ich mitunter an. Es gibt einfach soviel nennenswertes Zeug, unglaublich, auch jenseits des Design-Zirkuses. Ich bin recht fasziniert von der ganzen Internetsache, deren Verwebungen, Auswüchsen, Philosophie & Möglichkeiten.

Wo sind Deine Roots? Was hat Deinen Stil geprägt?
In meiner Stadt gab es da ja nich so viel aufzusaugen. Also hab ich abgezeichnet, was da war. Später dann Figuren ausgedacht, nichts besonderes. Kritzelzeug. Aber das irgendwie ständig. Damals wollte ich schon Grafikdesigner werden – auch ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Als Schlüsselerlebnis gibt es da die ersten Tags die jemals in meiner Stadt auftauchten zu nennen. Da öffnen sich auf einmal Welten – da flippst du als 14 jähriger schonmal aus, wenn du das zum ersten mal siehst.

Was ist Dein Lieblingsfilm?
Waking Life, Populärmusik aus Vittula, Science of Sleep, Gegen die Wand, Tarnation, Am Ende kommen Touristen, Garden State, Schmetterling und Taucherglocke und noch endlose mehr.

Erzähl uns etwas über Deinen Arbeitsprozess? Hast Du eine bestimmte Herangehensweise an Projekte?
Idee haben, Idee aufschreiben/skizzieren, Zusatzinformationen  sammeln, Gedanken drum rum kreisen lassen, Idee variieren, Ideen weglegen, Ideen verdichten, Favoriten wählen und umsetzen. So könnte man das vielleicht zusammenfassen. Aber auch anders.

Kaffee oder Cola?
Kaffe mit viel Milch und Zucker und eine Flasche Cola daneben. Dazu ein Glas Wasser und einen Orangen- oder Apfelsaftsaft. Ein kleines Schälchen Kakao vielleicht noch. Oder einfach nur Tee.

Tag- oder Nachtarbeiter?
Eigentlich bin ich die typische Nachteule – abends an eine Idee ran setzen, heiss werden, die Nacht vergessen, Stunden später die Morgensonne grüßen, zufrieden ins Bett fallen und den frischen Tag sich selbst überlassen. Mittlerweile find ich aber auch Gefallen daran den Tag da zu beginnen, wo er früher endete und bei Tageslicht zu arbeiten (das ist sogar ganz cool, da “die Anderen” dann auch wach sind), um teilweise auch effektiver arbeiten zu können. Dennoch mag ich es immer noch enorm in der Stille der Nacht zu versinken. http://www.youtube.com/watch?v=PFddjuVmxJw

Wer oder was sind Deine Vorbilder?
Kurt Schwitters find ich cool, von Hurvinek & Spejbl oder PeterLicht lass ich mir gern Sachen erzählen und Terry Pratchetts Fantasie und scharfen Blick auf die Dinge find ich unglaublich. Weiterhin find ich KRSN, AlexOne und  Banksy’s Sachen top. WON’s Bildwelten sind auch immer wieder der Supergau. Meine Freunde sind aber auch meine Vorbilder. Menschlich, Geistig und Künstlerisch.

Abschliessende Worte!? Willst Du noch was loswerden?
Schönen Dank an alle, die für mich gevotet haben. Ich freu mich, dass ich gewonnen habe und Euch mein Motiv zusagt. Und vielleicht noch: Leute, esst weniger Fleisch. :o )

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