Interview mit treble_bass

 mit treble_bass
Alles was Du schon immer über einen Designer wissen wolltest.

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Tanja Blömer
www.treble-and-bass.com

Designs
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Hallo, Tanja. Stell Dich bitte den Leuten einmal vor. Wie hast Du deine Karriere als Designer gestartet?

Nach 6 Jahren tristem Bürokauffrau-Dasein und der Tatsache, das ich diesem Beruf nicht wirklich etwas abgewinnen konnte, habe ich mit 26 alles hingeschmissen und mit dem Modedesign Studium noch mal ganz von vorn angefangen. Das war die mutigste und beste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe. Nach der Uni habe ich mit TREBLE & BASS angefangen, meine eigene Sache umzusetzen. „Nebenbei“ hab ich zwei Jahre hauptberuflich für 2 große deutsche Textilunternehmen gearbeitet – bis das Label soviel Zeit in Anspruch genommen hat und ich vor einem halben Jahr den Schritt in die ersehnte Selbstständigkeit gewagt habe.

Eine kurze Erläuterung Deines Motivs für ABT:

Startplaying:

Der Sinn, der dahinter steht, ist nicht immer einer Neuerfindung hinter her zu eifern, denn Alteingebrachtes hat für mich oft mehr Wert. Es muss nicht alles immer hipper, neuer, besser sein. Ich finde es spannend Gegensätze miteinander zu verbinden und damit "Neues" zu schaffen. Der Scherenschnitt ist eine alte Kunst und bei einem "klassichen Scherenschnitt" würde das Mädchen wohl eher unter dem Baum Ketten aus Gänseblümchen basteln, anstatt Konsole zu spielen. Dieses Motiv ist aus einer meiner Kollektionen und steht für das, was ich mit meinem Label TREBLE & BASS aussagen möchte.

Bunnyfunk:

Das Bunny Shirt ist eine Art Collage, es gibt eine ganze Serie davon und die Idee war es, aus mehreren Elementen ein neues zu schaffen.

Mushroom:

Das Mushroom Motiv ist sehr lieblich – eigentlich untypisch für TREBLE & BASS – und wiederum passt es doch – denn TREBLE & BASS bedeutet für mich zum einen die Fusion von Gegensätzen, zum anderen bedeutet es, das ich mich nicht auf einen bestimmten Stil festlegen möchte, denn man fühlt sich auch nicht jeden Tag gleich – heute ist man vielleicht mutig, morgen eher verträumt... und da es schon immer mein Ziel war, Sachen für jeden Tag zu machen, kann man sich da gar nicht wirklich festlegen. Natürlich braucht jedes Label seine Handschrift, und ich denke solange man bei der Sache etwas fühlt, ist es gelungen.

Wo wohnst Du zur Zeit? Erzähl uns etwas über Deinen derzeitigen Job und Deine Projekte.

Ich lebe in Leverkusen-Opladen. Mein Herz schlägt allerdings für Hamburg. Leverkusen ist die Stadt, in der ich geboren wurde und das Haus in dem ich lebe, da arbeite ich auch. Ich teile mir mein Atelier mit einem befreundeten Designer (Sven Schäffler). Vor 2 Wochen haben wir unten im Haus ein Ladenlokal zur Verfügung gestellt bekommen, das wir jetzt erstmal renovieren und danach als Showroom nutzen werden.

Mein Job und mein Leben ist z.Zt. das Label, mittlerweile fast rund um die Uhr. Hier und da mache ich gelegentlich Jobs als Freelance-Designerin für andere Labels, aber das nimmt immer mehr ab.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

Plan Nr.1: Das Label aufbauen, nicht den 3. Schritt vor dem 2. tun und vor allem den Spaß dabei nicht zu verlieren.

Was würdest Du jemandem raten, der Designer werden möchte?

O.k. – gute Frage. Das kommt ganz auf die Person an, die mich das fragen würde.

Generell denke ich, wenn Du etwas aus vollem Herzen willst – dann mach es und höre nicht auf das was andere Dir sagen.

Will man ein eigenes Label gründen, muss sich darüber klar werden, das es sehr viel abverlangt- klingt irgendwie abgedroschen, aber es ist wirklich nicht immer einfach - man muss unglaublich viel Selbstvertrauen gewinnen, Mut besitzen und vor allem eine sehr langen Atem haben – das ist meine Erfahrung der letzten zwei Jahre.

Als Designer musst Du einen guten Weg finden zwischen Selbstverwirklichung und Realität.
Arbeitest Du für die Industrie, dann musst Du lernen damit umzugehen, dass Leute Deine Entwürfe abändern oder schlimmsten Falls ablehnen. Du wirst nicht nur lustig drauf los designen – sondern Du musst Deine Entwürfe verkaufen – das kann manchmal sehr hart sein. Bis ein fertiges Teil im Laden hängt bist Du einen langen Weg dafür gegangen.

Das schönste an dem Beruf ist es, wenn Du eines Tages durch die Stadt gehst und Dir jemand begegnet, der etwas von Dir trägt – genau in diesem kurzen Moment weißt Du, das sich alles gelohnt hat.

MAC oder PC? Und warum?

MAC – weil schöner!

Spielst Du Videospiele?


Gern aber gerade hätte ich so zwischen 2 Uhr nachts und 6 Uhr morgens Zeit, und da schlaf ich dann mal lieber – gerade ist es 6:47 Uhr und ich fülle einen Fragebogen aus, gilt das auch als Videospiel?

Was war das grösste oder schönste Projekt an dem Du gearbeitet hast?

„war?“ – ich stecke gerade mitten drin. Mein Vertrieb war sehr erfolgreich und ich habe gerade meine erste große Auslieferung für Winter 06 hinter mir. Das ist eine sehr spannende Zeit und das Feedback bislang ist super.

Welche Hobbies hast Du außer Lesen, Reiten und Schwimmen?

Meine Freunde treffen, feiern gehen und mal einfach abschalten – zu mehr reicht die Zeit nicht – ab und an schaffe ich es mir mal in den A... zu treten und joggen zugehen.

Würdest Du gerne im Ausland arbeiten? Wenn ja, wo?

In Kalifornien wegen dem Licht, in Dänemark wegen den Menschen, in London wegen dem Flair und generell wären 10 Minuten bis zum Meer auch nicht schlecht. Aber alles in allem bin ich hier auch sehr glücklich, bis auf das ich mir wünsche, dass die Leute hier mal ein bisschen mutiger und individueller werden würden.

Bist Du viel im Netz unterwegs? Was schaust Du Dir jeden Tag an?

Das bringt der Job so mit sich und ich frage mich ernsthaft, wie es jemals ohne gewesen ist.

Wo sind Deine Roots? Was hat Deinen Stil geprägt?

Der Alltag. Ich fands schon während der Uni spannend, Sachen für jeden Tag zu machen. Ich versuche mit jeder Kollektion Teile zu schaffen, in denen man sich wohl fühlt. Meine Idee ist es, das man mit einem TREBLE & BASS Teil tagsüber raus gehen kann und wenn man abends zufällig in eine Party rutscht, man trotzdem das Gefühl hat immer noch gut angezogen zu sein – das bedeutet für mich *wohlfühlen*.

Was ist Dein Lieblingsfilm?

Es gibt viele gute Filme – je nach Tagesverfassung ist es ein anderer – heute morgen würde ich Alice im Wunderland antworten.

Erzähl uns etwas über Deinen Arbeitsprozess? Hast Du eine bestimmte Herangehensweise an Projekte?

Die Frage einem Designer zu stellen ist lustig. Manchmal wünschte ich, ich hätte eine.
Mittlerweile muss ich aber daran arbeiten alles etwas mehr zu strukturieren, sonst fängt man an sich zu verlaufen.

Kaffee oder Cola?

In der Reihenfolge.

Tag- oder Nachtarbeiter?

Tag & Nachtarbeiter. Gefühlsmäßig aber eher nachts.

Wer oder was sind Deine Vorbilder?

Menschen, die morgens mit einem Lächeln aufwachen.

Abschliessende Worte!? Willst Du noch was loswerden?

Viel Erfolg mit Eurem Projekt– ich find`s toll, wenn Menschen an etwas glauben und dafür kämpfen.