Interview mit rioblau

 mit rioblau
Alles was Du schon immer über einen Designer wissen wolltest.

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Philipp Hahn
www.rioblau.com

Designs
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Hallo, Philipp. Stell Dich bitte den Leuten einmal vor. Wie hast Du deine Karriere als Designer gestartet?

Ich habe mich wie die meisten schon in der Kindheit gerne mit Malen beschäftigt, im Prinzip konnte man mir damals als Bub' Malstifte und ein Blatt Papier geben und ich habe keinen mehr genervt und vertiefte mich in Zeichnungen, so habe ich gerne schon Räume von oben gemalt oder sogar als 10-jähriger schon eine 2 meter grosse Weltkarte gezeichnet. Ich habe mich schon ab dem 12. Jahr sehr für Graffiti interessiert und bin mit 15 richtig bös' erwischt worden, ja die Strassenkunst und später die Flyerkultur und deren Ästhetik brachten mich zum Gestalten. Ich habe mich beim Gestalten zuerst immer an sachliche Dinge gehalten und mich irgendwie unterbewusst an Bauhaus Prinzipien orientiert. Nachdem ich mir selbst die gängige Grafiksoftware beigebracht habe, habe ich mich 2002 an der Universität der Künste in Berlin beworben und studiere seitdem an der Fakultät für Gestaltung im Studiengang Visuelle Kommunikation.

Eine kurze Erläuterung Deines Motivs für ABT:


Eine Symbiose aus Streetart und Architektur-Ästhetik, die lustigen Kerle brechen die strengen Schraffuren. Vielleicht brechen sie auch den Rythmus deines Alltags?

Wo wohnst Du zur Zeit? Erzähl uns etwas über Deinen derzeitigen Job und Deine Projekte.

Ich wohne in Berlin und widme mich immer noch dem Studium, nebenbei habe ich bei einigen Projekten mitgemacht und als Freelancer gearbeitet. Zur Zeit beschäftige ich mich sehr mit dem Erstellen von Figuren aus Styrodur und platziere sie an markanten Stellen im öffentlichen Raum, ich werde diesen Figuren Leben einhauchen und beschäftige mich mit Stop-Motion Filmen.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

Ich würde sehr gerne in Portugal oder Brasilien für eine Zeit arbeiten und mehr Kontakte knüpfen, denn auf die kommt es leider auch an.

Was würdest Du jemandem raten, der Designer werden möchte?

Augen aufhalten und visuelle Eindrücke die im Laufe eines einfachen Stadtbummels entstehen im Kopf speichern. Einsteiger sollten sich auch mit der Vergangenheit beschäftigen, mit den Wurzeln moderner Gestaltung um die Gegenwart besser zu verstehen und zu interpretieren. Das Gefühl für Proportionen entwickeln und alle Photoshop Effekte für Text ignorieren, sich mit allen Dingen der Gestaltung befassen um einen eigenen Weg zu finden, wer Interesse hat und das nötige Talent kann einiges aus sich rauskitzeln, allerdings passiert das nicht von heute auf morgen.

MAC oder PC? Und warum?

Ich bin definitiv ein Anhänger des Macs, ich hatte meinen ersten eigenen Mac 1997, das war ein alter aufgerüsteter grauer PowerMac G3. Gespiet habe ich aber schon am Mac Classic SE, das war so ein vorsinnflutlicher Oldschool iMac, irgendwann Anfang der Neunziger. Da in meiner Familie immer schon mit Apple Computern gearbeitet wurde bin ich macianisch erzogen worden, unglaublich als Kind wollte ich lieber einen PC, weil man da besser Flugzeugsimulatoren spielen konnte. Apple ist für mich nicht nur formschön sondern innovativ und praktisch, ausserdem läuft alles rund und ich muss mir noch keine Sorgen über Virenprobleme machen. Ich bin aber der Meinung dass es alles eine Glauben und Finanzfrage ist, man kann auch am PC wunderbar gestalten, die Programme gibt es schliesslich auch für diese Plattform und man wird kein besserer Gestalter wenn man am Mac arbeitet, vielleicht nur ein Sorgloserer.

Spielst Du Videospiele?

Jetzt fast gar nicht mehr, die Zeit will ich mir nicht dafür nehmen, aber ab und zu gibt es unendliche Fussballzocknächte, da wird dann ordentlich gedampft und getrunken, diese Abende die ganz selten passieren sind definitiv Ereignisse an die man sich dann später erinnert. Super Mario Kart ist nach Fussball zocken die beste Alternative, aber immer mit Kumpels sonst wirds zu einsam.

Was war das grösste oder schönste Projekt an dem Du gearbeitet hast?


Mein Vordiplom Projekt in der Klasse Ausstellungsdesign, ich habe eine Idee für einen Pavillon als Hommage an den brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer entwickelt und visualisiert. Ich bin auf diese Arbeit sehr stolz.

Welche Hobbies hast Du außer Lesen, Reiten und Schwimmen?


Ich mache einen Podcast und lege auf, verrückte Grooves von Latin Funk, Oldschool, Baile Funk, Musik aus den Favelas der Welt, Tropicalectro, Jazzy Beats, Hippy Hoppy, Drum'n Bossa und viel mehr. Der Podcast ist bei iTunes abrufbar oder besucht mich doch auf www.mrphipson.de! Lange Zeit habe ich Capoeira de Angola gemacht, leider zu vernachlässigt in letzter Zeit, wird aber wieder aufleben.

Würdest Du gerne im Ausland arbeiten? Wenn ja, wo?


Wie oben schon erwähnt, sehr gerne in Brasilien aber auch ein Auslandsemester in Portugal wäre nicht schlecht. Ich bin sehr Brasilien affin.

Bist Du viel im Netz unterwegs? Was schaust Du Dir jeden Tag an?

Spiegel Online ist meine Startseite, ich muss wissen was um mich herum passiert, ansonsten schaue ich mich gerne auf Flickr um, je nach Recherche Bedarf gucke ich mir gerne Websites von anderen Designer an, ich bin danach aber immer so geflasht und manchmal auch geknickt das ich schnell zu meinen eigenen Sachen zurückkehre.

Wo sind Deine Roots? Was hat Deinen Stil geprägt?

Moderne Architektur, Bauhaus, Graffiti, Streetart, Blue Note Plattencovers, Los Logos Bücher, Karlo Schelhorn (ein befreundeter Grafiker als der alten Schule), ehrlich gesagt fallen mir jetzt keine Persönlichkeiten an, ich halte die Augen auf und was mir gefällt verarbeite ich und mache etwas neues draus und hau am Ende meinen Stempel drauf.

Was ist Dein Lieblingsfilm?

Mein Lieblingsfilm ist »City of God«, ich bin kein grosser Cineast aber schaue sehr gerne ARTE TV.

Erzähl uns etwas über Deinen Arbeitsprozess? Hast Du eine bestimmte Herangehensweise an Projekte?

Ich skizziere nicht all zu viel, wenn gar nichts einfällt dann wird mal eine ungesunde Sport-Cigarette geraucht und dann klappt es auch oft mit den Ideen, umgesetzt werden sie dann manchmal am Tag danach. Manchmal kommt auch alles so zu einem zugeflogen, wenn man dann noch weiss was man will kommt es zur kreativen Nachtschicht um am nächsten Mittag ist man total erfreut was man da am Vorabend herausgearbeitet hat.

Kaffee oder Cola?

Am Tage Kaffee, je nach Bedarf wirds auch schon mal zuviel, aber bitte mit Kaffeeweisser ich mag nämlich keine Milch. Abends ziehe ich die Cola mit einem Schuss Havanna vor. Mein Gott lebe ich ungesund, presse mir dafür morgens einen O-Saft.

Tag- oder Nachtarbeiter?

Privat leider Nachtarbeiter, früher habe ich schon viel Abends in Kneipen und Bars gejobbt.

Wer oder was sind Deine Vorbilder?

Für die Frische sind meine Eltern super Vorbilder, sie verdienen ihr Geld mit dem was sie lieben, sie haben einen Jazzclub, arbeiten für eine Sache an die sie glauben. Mein Kumpel Dario der ein hervorragender Beat-Producer ist und seine kurzfristigen Ziele mit viel Fleiss erreicht hat. Meine Freundin die innerhalb kurzester Zeit so ein perfektes Deutsch gelernt hat und das ohne meine richtige Hilfe.

Abschließende Worte!? Willst Du noch was loswerden?


Ich bedanke mich bei ABT für das Interview und bei den Leuten die mein Design bewertet haben. Ich habe alles gesagt und bin jetzt draussen.